Mein Onkel Ulrich Specht

Das ist mein Onkel Uli

Er ist 1922 in München geboren. Als Kind und Jugendlicher war er sehr lieb und nett und hat immer allen geholfen. Alle haben ihn gern gehabt. Er war auch sehr gut in der Schule. Nach seinem Abitur hat er von 1940 bis 1941 an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Zeitungswissenschaften studiert.

Dann hat Herr Hitler ihn in den Krieg nach Russland geschickt. Bei Woronesch hat ihn eine Granate verletzt. Fast sechs Wochen lang hat man ihn von einem Lazarett ins nächste transportiert:  von Woronesch nach Konotov, von Konotov nach Lublin und am Ende nach Prag. Dort ist er am 25. September 1942 an Blutvergiftung gestorben. Er war 20 Jahre und drei Monate alt.

Ich bin 1958 geboren. Meinen Onkel Uli durfte ich leider nicht kennenlernen.

 

Ulrich Specht Todesurkunde

Wortschatz:

  • der Onkel, Plural: die Onkel; mein Vater/meine Mutter hat einen Bruder: das ist mein Onkel.
  • das Abitur (nur Singular), Kurzform: Abi; das Abitur ist der Schulabschluss auf dem Gymnasium. Man sagt auch Reifezeugnis. Mit dem Abitur kann man auf die Universität gehen.
  • der Krieg, Plural: die Kriege; (war, guerre, guerra, война́, 兵火)
  • die Granate, Plural: die Granaten; (grenade, granada, granata, грана́та, 炮弹)
  • das Lazarett, Plural: die Lazarette; ein Lazarett ist ein mobiles Krankenhaus im Krieg.
  • die Blutvergiftung (med.: Sepsis); (sepsis, septicémie, sepsi, се́псис, 败血症)

Moschee im Schwetzinger Schlosspark

2010

sagt Bundespräsident Christian Wulff: „… der Islam gehört … auch zu Deutschland.“ Die meisten Muslime in Deutschland und viele nichtmuslimische Deutsche freuen sich über diesen Satz und finden ihn richtig. Nicht wenige Deutsche finden ihn falsch.

1814

liest Johann Wolfgang von Goethe die Gedichte von Hafis. Goethe findet sie so toll, dass er 1819 in seinem Buch „West-östlicher Divan“ schreibt:

„Wer sich selbst und andre kennt,
Wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
sind nicht mehr zu trennen.“

1793

wird die Moschee im Schlossgarten von Schwetzingen fertig. Sie ist nicht wirklich ein Gotteshaus, aber sie zeigt, wie sehr sich manche Deutsche schon vor 220 Jahren für den Orient und den Islam interessiert haben.

Erklärungen und Wortschatz:

  • Hafis: Dichter aus Persien (14. Jahrhundert)
  • Orient: Osten, ‚Morgenland‘ (wo die Sonne aufgeht)
  • Okzident: Westen, ‚Abendland‘ (wo die Sonne untergeht)
  • sind nicht mehr zu trennen: gehören zusammen
  • Schwetzingen ist eine Stadt im Norden von Baden-Württemberg, in der Nähe von Heidelberg und Mannheim. Die Moschee wollte Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz in seinem Schlossgarten haben. Karl Theodor hat sich für Voltaire und die Aufklärung interessiert.
  • der Islam; nur Singular (伊斯兰教)
  • die Moschee; Plural: die Moscheen (mosque, mosquée, mezquita, moschea, мече́ть, 回教堂)

Quizfrage: Welche Aussage ist richtig?

  • a) In Deutschland gibt es fast keine Muslime (weniger als ein Prozent).
  • b) 22 bis 25 Prozent der Menschen in Deutschland kommen aus islamischen Ländern.
  • c) In Deutschland sind etwa 4 bis 5 Prozent der Menschen Muslime.

Markieren Sie diese Zeile, dann sehen Sie die Lösung: Antwort c ist richtig

 

Speisekarte Sardinien

Diese Speisekarte haben wir einem Restaurant in Sardinien gesehen. Dort kann man Pizza bestellen. Es gibt Pizza mit Tomaten, mit Käse, mit Zucchini, mit Zwiebeln, mit Salami und so weiter. Aber auch Pizza mit … wie bitte? … mit Kopfkissen?

Nein, das kann nicht sein. Sehen wir doch mal im Wörterbuch Italienisch-Deutsch nach. Dort finden wir für Guanciale: „das Kissen“ oder „das Kopfkissen„. Also doch Pizza mit Kissen? Nein, da steht noch was: Guanciale kann auch „Speck vom Schweinekopf“ sein. Das klingt schon viel besser. Ich denke, das nehme ich. „Herr Ober? Für mich bitte eine Pizza ‚Seu‘!“

Wortschatz:

  • die Zucchini (Singular = Plural im Deutschen); (green squash, courgette, zapallito, цукки́ни, 西葫芦)
  • die Zwiebel, Plural: die Zwiebeln; (onion, oignon, cebolla, cipolla, лу́ковица, 洋葱)
  • das Kopfkissen, Plural: die Kopfkissen; Wenn man schläft, legt man seinen Kopf auf ein Kopfkissen (pillow, oreiller, almohada, cuscino, поду́шка, 枕头)
  • der Speck, Plural (selten verwendet): die Specke; Fleisch mit fast nur Fett (bacon, bacon, beicon, bacon, шпик, 熏肉)

Na, du kleines Ferkel!?

"Na, du kleines Ferkel?!" (Farbzeichnung von Gisela Specht)

Folge 1: Das Schwein

Schweinesteak, Schweinebraten, Schweinsbratwurst: man isst gern und viel Schweinefleisch in den deutschsprachigen Ländern. Außerdem bringen Schweine Glück, so glaubt man hier.

Aber mit dem Wort Schwein kann man auch schimpfen. Vor allem wenn Menschen widerlich sind oder nur an sich und ihre eigenen Interessen denken. Macht so eine Person etwas besonders Unsauberes oder Egoistisches, dann nennt man es eine „Schweinerei“. Über die Person sagt man: „So ein Schwein!“

Man kann das Wort auch mit Nomen oder Adjektiven mischen: „Dreckschwein!“, „Wildschwein!“, „Mieses Schwein!“ sind nur ein paar Beispiele. Noch stärker wirkt das Schimpfwort in der weiblichen Form: „So eine Sau!“. Will man es weniger stark haben, wählt man das junge Schwein: „So ein Ferkel!“ Interessant: die männliche Form „Eber“ wird im Deutschen nicht als Schimpfwort benutzt.

Zum Schluss noch ein Tipp:

Es ist gut, wenn Sie diese Schimpfwörter kennen. Benutzen sollten Sie sie aber nur mit großer Vorsicht oder noch besser: gar nicht.

Wortschatz:

  • das Schwein; Plural: die Schweine (pig, porc, guache, suino, свинья́, 畜生)
  • die Schweinerei; Plural: die Schweinereien (rascality, cochonnerie, putada, porcheria, сви́нство, 下流话)
  • dreckig – das Gegenteil von sauber (dirty, boueux, cochino, sporco, гря́зный, 污浊)
  • mies – schlecht, krank, hässlich (mean, moche, chungo, miserabile, жа́лкий, 差劲)
  • das Wildschwein; Plural: die Wildschweine – Kein „Hausschwein“. Wildschweine leben im Wald (boar, sanglier, jabalí, cinghiale, ди́кая свинья́, 野猪)
  • die Sau; Plural hier: die Säue – weibliches Schwein (sod, cochonne, cerda, porca,  свинья́, 畜生)
  • das Ferkel; Plural: die Ferkel – junges Schwein (young pig, goret, cochinillo, porcellino, поросёнок, 乳猪)
  • der Eber; Plural: die Eber – männliches Schwein (boar, verrat, verraco, verro, каба́н, 公猪)

Eisstockschießen

Spiel oder Sport?

Für die einen ist Eisstockschießen ein Spiel. Für die anderen ist es ein Sport. Für die einen zählt vor allem der Freizeitspaß. Für die anderen ist der Wettbewerb wichtiger. Aber alle finden es toll, dass sie im Winter zusammen draußen sein können. Eisstockschießen ist vor allem in den Alpenländern sehr beliebt. Die Regeln sind nicht schwer.

Es gibt zwei Mannschaften. Jeder Spieler hat seinen eigenen Eisstock (ca. 4 kg). Außerdem gibt es zwei kleine Ziele aus Holz oder Kunststoff, die Dauben. Man spielt immer von einer Seite zur anderen und dann wieder zurück. Die Mannschaften müssen mit ihren Eisstöcken so nahe wie möglich an die Daube herankommen. Dafür gibt es nach jeder Runde Punkte. Am Ende gewinnt natürlich die Mannschaft mit den meisten Punkten.

 

Wortschatz:

  • der Eisstock; Plural: die Eisstöcke
  • die Daube; Plural: die Dauben

Schloss Schönbrunn

Das Schloss Schönbrunn in Wien

Wien ist immer wunderbar, besonders im Frühling.
Machen wir einen Spaziergang im Schlosspark von Schönbrunn?

Allee in Schönbrunn

Eine Allee im Schlosspark

Die Sonne scheint, es ist warm.
Die Bäume sind schon ein bisschen grün.

Palmenhaus in Schönbrunn

Das Palmenhaus (seit 1883)

Das Palmenhaus im Park ist aus Glas und Metall.
Es ist 111 Meter lang und 25 Meter hoch.
Im Palmenhaus kann man Pflanzen aus vielen Ländern sehen.

Die Gloriette in Schönbrunn

Die ‚Gloriette‘ (seit 1775)

Das ist die ‚Gloriette‘.
Von hier oben kann man im Osten und Norden die Stadt Wien sehen.

So sieht das aus:
Blick auf Wien

Auch das Eichhörnchen findet den Frühling im Schlosspark super.

Eichhörnchen
Endlich ist nicht mehr Winter.
Das Eichhörnchen hat Hunger.
Es kommt und möchte wissen:
„Hallo! Hast Du etwas für mich?“

 

Wortschatz:

  • die Allee; Plural: die Alleen – eine Straße mit Bäumen links und rechts (alley, allée, alameda, viale, алле́я, 林荫大道)
  • die Palme; Plural: die Palmen – die Palme ist ein Baum. Palmen gibt es im Süden (palm tree, palmier, palma, palma, па́льма, 棕)
  • die Pflanze; Plural: die Pflanzen – Ein Baum ist eine Pflanze. Eine Blume ist auch eine Pflanze (plant, plante, planta, pianta, расте́ние, 植株)
  • das Eichhörnchen; Plural: die Eichhörnchen (squirrel, écureuil, ardilla, scoiattolo, бе́лка, 松鼠)

Mehr Informationen über Wien und das „Wiener Lebensgefühl“ finden Sie hier.

Plakat: Wir singen deutsch
Na, da steht es doch, auf dem Plakat: „Wir singen deutsch“. Aber wer ist das: wir? Sind es die Gartenzwerge? Der Gartenzwerg links hat eine Fahne. Sie ist weiß und blau. Weiß und blau sind nicht die Farben von Deutschland. Es sind die Farben von Bayern. Also: wer singt deutsch? Die Gartenzwerge aus Bayern? Können sie denn Deutsch? Das möchte ich gern wissen. Ich glaube, ich gehe einfach mal hin und frage. Vielleicht bekomme ich dort eine Antwort.

Wortschatz:

  • das Plakat; Plural: die Plakate (poster, affiche, cartel, cartello, плака́т, 宣传画)
  • der Gartenzwerg; Plural: die Gartenzwerge (garden gnome, nain, enano di jardín, nano, гном, 小矮人)
  • die Fahne; Plural: die Fahnen (flag, drapeau, bandera, bandiera, флаг, 旗帜)

Erdbeerverkaufsstände

 

Erdbeerhäuschen

Im Mai und Juni ist bei uns die „Erdbeerzeit“. Dann stehen die Erdbeerhäuschen an den Straßen. Dort kaufe ich Erdbeeren. Dort sind sie besonders frisch. In Supermärkten bekommt man das ganze Jahr Erdbeeren. Aber die kaufe ich nicht. Sie kommen von weit her, sind nicht so frisch und schmecken auch nicht so gut.

Erdbeeren sind mein Lieblingsobst. Sehr gern mag ich Erdbeerkuchen und Erdbeermilch. Aber oft esse ich die Erdbeeren auch einfach so oder mit etwas Quark und Zucker. Welches Lieblingsobst haben Sie? Mögen Sie Erdbeeren auch? Wenn ja, wie essen oder trinken Sie sie denn besonders gern?

Erdbeeren

Diese Erdbeeren sind richtig frisch!

Wortschatz:

  • die Erdbeere; Plural: die Erdbeeren (strawberry, fraise, fresa, fragola, земляни́ка, 草莓)
  • frisch: Ich hole die Erdbeeren aus dem Garten und esse sie sofort. Dann sind sie superfrisch. (fresh, frais, natural, fresco, бо́дрый, 新鲜)
  • das Rezept; Plural: die Rezepte (recipe, recette, receta, ricetta, реце́пт)