Moschee im Schwetzinger Schlosspark

2010

sagt Bundespräsident Christian Wulff: „… der Islam gehört … auch zu Deutschland.“ Die meisten Muslime in Deutschland und viele nichtmuslimische Deutsche freuen sich über diesen Satz und finden ihn richtig. Nicht wenige Deutsche finden ihn falsch.

1814

liest Johann Wolfgang von Goethe die Gedichte von Hafis. Goethe findet sie so toll, dass er 1819 in seinem Buch „West-östlicher Divan“ schreibt:

„Wer sich selbst und andre kennt,
Wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
sind nicht mehr zu trennen.“

1793

wird die Moschee im Schlossgarten von Schwetzingen fertig. Sie ist nicht wirklich ein Gotteshaus, aber sie zeigt, wie sehr sich manche Deutsche schon vor 220 Jahren für den Orient und den Islam interessiert haben.

Erklärungen und Wortschatz:

  • Hafis: Dichter aus Persien (14. Jahrhundert)
  • Orient: Osten, ‚Morgenland‘ (wo die Sonne aufgeht)
  • Okzident: Westen, ‚Abendland‘ (wo die Sonne untergeht)
  • sind nicht mehr zu trennen: gehören zusammen
  • Schwetzingen ist eine Stadt im Norden von Baden-Württemberg, in der Nähe von Heidelberg und Mannheim. Die Moschee wollte Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz in seinem Schlossgarten haben. Karl Theodor hat sich für Voltaire und die Aufklärung interessiert.
  • der Islam; nur Singular (伊斯兰教)
  • die Moschee; Plural: die Moscheen (mosque, mosquée, mezquita, moschea, мече́ть, 回教堂)

Quizfrage: Welche Aussage ist richtig?

  • a) In Deutschland gibt es fast keine Muslime (weniger als ein Prozent).
  • b) 22 bis 25 Prozent der Menschen in Deutschland kommen aus islamischen Ländern.
  • c) In Deutschland sind etwa 4 bis 5 Prozent der Menschen Muslime.

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